September 5 – The Day Terror Went Live ist ein halbdokumentarischer Film über das Olympia-Attentat vom 5. September 1972 in München. Nach diesem Attentat war alles anders, nach diesem Attentat hatte sich die Welt verändert. Dieser schreckliche Angriff auf die israelische Delegation im olympischen Dorf hatte ähnliche Wirkung wie 10 Jahre zuvor die Todesschüsse auf Kennedy oder knapp 30 Jahre später der Angriff auf das World-Trade- Center in New York.
Die Macher des Films wurden mit vielfachen deutschen und internationalen Fördermitteln unterstützt, dennoch war dem Regisseur und Drehbuchautor Fehlbaum schnell klar, dass am Ende für eine hochkarätige, international wirkende Produktion nur ein äußerst beschränktes Budget zur Verfügung stehen würde. Und so wurde aus einer Not eine Tugend: Statt sich in überbordenden Settings zu bewegen schuf Fehlbaum mit seinem Ko-Autor Moritz Binder ein Kammerspiel im Nachrichtenraum der ABC-Sportredaktion des amerikanischen Senders. Ausgestattet mit weitestgehend historischen Utensilien aus den Asservaten der Fernseh- und Filmgesellschaften wurde auf Grundlage der seinerzeitigen Pläne für dieses Studio eine originalgetreue Kulisse nachgebaut. Dieser Kunstgriff brachte auf schlanke Weise Notwendiges mit Neuem zusammen. Fehlbaum und allen anderen Mitwirkenden wurde sehr schnell bewusst, dass dieses Ereignis nicht nur ob seiner terroristischen Neuheit, sondern vor allem auch als Medienereignis einen Wendepunkt darstellte, da zum ersten Mal live über ein solches Ereignis berichtet wurde. Zeitweilig verfolgten 900 Millionen Menschen weltweit die Geschehnisse rund um das olympische Dorf. Letztlich ist September 5 ein im Senderaum des amerikanischen Senders ABC spielendes kleines Bühnenstück: Wenn frühmorgens um 4 Uhr der Arbeitsalltag beginnt, dann ist man als Zuschauer beinahe live dabei; wenn die Journalisten allmählich begreifen, dass irgend etwas nicht stimmt, und dass es tatsächlich Schüsse waren, die sie in der Ferne gehört haben.
Sportreporter, die eben noch Ergebnisse aus verschiedenen Sportwettbewerben kommentierten, müssen nunmehr über ein ganz anderes weltbewegendes Geschehen berichten. Schnell und entschlossen schieben sie eine der großen, schweren Studiokameras hinaus und sind so die einzigen, die Live-Bilder liefern, als das Olympiadorf von Polizei und Militär abgesperrt wird. Wir sind hautnah – eben live – dabei, als die ikonischen Bilder des Terroristen mit der schwarzen Maske auf dem Balkon entstehen.
Das filmische Ergebnis ist ein Musterbeispiel für bis zur letzten Minute spannungsgeladene Atmosphäre, obwohl doch das tragische Ende dieser Entführung bekannt ist. Beim Zusehen fiebert man mit, man wird buchstäblich in den beengten Raum des ABC-Nachrichtenraums eingesogen.



