Guedélon

In der französischen Provinz, im Champagnegebiet unweit Auxerres, entsteht seit Mitte der 90er Jahre ein Projekt höchst ambitionierter und eigenwilliger Art.

Auf dem Grund eines alten Steinbruchs haben sich Archäologen, Architekten und Handwerker zusammengefunden, ein außerordentliches Programm zu realisieren: den Bau einer mittelalterlichen Burganlage nach dem Vorbild der Befestigungsanlagen Phillip II. August.


Das Besondere an dem Projekt ist nicht etwa die Errichtung der Burg selbst, sondern viel mehr, ausschließlich mit den Praktiken, Techniken und Hilfsmitteln des 13.JH und aus den regionalen Baustoffen dieses Projekt umzusetzen.
Nahezu sämtliche Materialien werden selbst gewonnen, mit dem eigens dafür angefertigten Werkzeug bearbeitet und die fertigen Produkte mit den Methoden und Mitteln der damaligen Zeit verbaut. Ein eigens zu diesem Zweck errichteter Lastenaufzug als Drehkran mit zwei Laufrädern für 2 Personen vermag dabei Lasten bis zu 1000 kg zu heben und zu versetzen. Mittlerweile haben sich Zuliefergewerbe um die Burg herum angesiedelt:
Korbmacher, Ziegelbrenner, Töpfer, Bäcker und Andere bedienen die in mittelalterlicher Arbeitskluft ausgestattete Handwerker mit dem Nötigsten des täglichen Bedarfs.













Initiator und Mentor des Ganzen ist der Unternehmer und Schlossherr Michel Guyot, der bereits Erfahrungen in der Sanierung historischer Gebäude gesammelt hatte nach wie vor Spiritus Rector hinter dem Projekt ist.
An Guedélon wird seit 1997 mithilfe von 50 fest angestellten und weiteren freiwilligen Helfern gebaut, Ziel ist es, bis etwa 2025 das Projekt abzuschließen. Seit dem Brand von Notre Dame ist man allerdings gefragt, dort am Wiederaufbau mitzuwirken, vor allem dank der umfassenden praktischen Erfahrungen. Das könnte die Fertigstellung Guedélons verzögern. Aber, ist nicht der Weg das Ziel?